Pierre Steinhauer

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Europe / Germany / Bochum

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RED / Portrait  photography by Photographer Pierre Steinhauer ★10 | STRKNG

RED - © Pierre Steinhauer

 
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Serie Birgit 1 of 3 (Angst vor dem eigenen Körper) / Portrait  photography by Photographer Pierre Steinhauer ★10 | STRKNG

Serie Birgit 1 of 3 (Angst vor dem eigenen Körper) - © Pierre Steinhauer

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Christina / Portrait  photography by Photographer Pierre Steinhauer ★10 | STRKNG

Christina - © Pierre Steinhauer

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Sigrun! (Inspired by Rankin) / Portrait  photography by Photographer Pierre Steinhauer ★10 | STRKNG

Sigrun! (Inspired by Rankin) - © Pierre Steinhauer

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Steffi (Brustkrebs) / Portrait  photography by Photographer Pierre Steinhauer ★10 | STRKNG

Steffi (Brustkrebs) - © Pierre Steinhauer

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Oezge (Meine Narben) / Portrait  photography by Photographer Pierre Steinhauer ★10 | STRKNG

Oezge (Meine Narben) - © Pierre Steinhauer

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Sabine (Contergan und Krebs) / Portrait  photography by Photographer Pierre Steinhauer ★10 | STRKNG

Sabine (Contergan und Krebs) - © Pierre Steinhauer

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Serie Birgit 3 of 3 (Angst vor dem eigenen Körper) / Portrait  photography by Photographer Pierre Steinhauer ★10 | STRKNG

Serie Birgit 3 of 3 (Angst vor dem eigenen Körper) - © Pierre Steinhauer

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Serie Jen 2 von 3 (Unfall, Querschnittlähmung) / Portrait  photography by Photographer Pierre Steinhauer ★10 | STRKNG

Serie Jen 2 von 3 (Unfall, Querschnittlähmung) - © Pierre Steinhauer

2020-03-17 09:40 

Mein neuer Freund Obi!

Mein neuer Freund Obi!

Obi ist syrischer Flüchtling.

Ich möchte euch heute seine Geschichte erzählen

Als Obi 11 Jahre alt war, hat er einen Ball an den Kopf bekommen. Der Stoß war so heftig, dass er dadurch gehbehindert wurde…..Rollstuhl!

In Syrien gibt es keine Reha wie hier in Deutschland. Obis Mutter hat mir all Ihrer Liebe und Geduld um Obi gekämpft.

Obi hat ein Cola Flasche benutzt um sie mit seinem Fuß zu Rollen, Gefühl für seine Beine zu bekommen.

In der Schule interessiert es auch niemanden, ob er behindert ist!

Es gab einen Raum mit 60 Stühlen und 60 Kindern…..Obi war der 61. Stuhl

Obi strengte sich an und machte sein Abitur, er wollte Informatik studieren, das geht aber als Mensch mit Behinderung nicht.

Warum? Weil Behinderte ja nichts können! Einzig das Studium in Literatur ist erlaubt, was Obi dann auch studierte.

Mit den Jahren und der Reha mit Colaflasche und anderen Hilfsmitteln, erlernte Obi wieder das Laufen, eingeschränkt und auch sein Arm ist weitgehend gelähmt.

Er schafft es heute ca. 1 Km langsam zu laufen.

Als der Krieg in Syrien ausbrach, zeigte seien Mutter wieder ihren scharfen Verstand. Sie verkaufte alle wertvollen Dinge und kaufte eine Kuh!

Ich fand das unglaublich schlau und musste mich selbst fragen, wie ich in so einer Situation gehandelt hätte….ich denke hilflos.

Für einen behinderten Menschen ist die Kriegssituation natürlich noch viel schlimmer. Mann rennt nicht einfach weg, wenn geschossen wird, wenn die Hubschrauber kommen.

Die Hubschrauber….Obi hat heute immer noch Angst vor den Hubschraubern.

Die Situation wurde immer gefährlicher, so verkaufte Obis Mutter alles, was sie noch hatte, dazu noch die Kuh, damit ihr Sohn leben konnte, in Deutschland.

Obi machte sich über Schlepper auf die Flucht und seine Mutter blieb zurück.

Das was mir Obi über die Flucht erzählt hat , hat mich tief berührt und entsetzt.

So viel Unmenschlichkeit, so wenig Mitgefühl.

Jetzt kann sich jeder selbst einmal ausmalen, wie es ist, als gehbehinderter Mensch, der nur einen Arm richtig benutzen kann, von Syrien in die Türkei, mit dem Boot nach Griechenland, weiter nach Mazedonien, Österreich und dann nach Deutschland zu flüchten.
Waffen am Kopf, sterbende Kinder, ständige Angst, Menschen nicht verstehen, bestohlen werden, bis man nur noch ein T Shirt und eine Hose hat.

Ich möchte auch das Geheimnis der Hetze lüften, warum „alle“ Asylanten teure Handys haben…das wird ja gerne immer vorgehalten.

GPS/ Google Maps ist das Zauberwort. In Mazedonien war Obi mit anderen Menschen, Kindern und Frauen in einem Maisfeld versteckt. Ein Bauer brachte Essen, doch sie trauten sich nicht… Das Wasser , das Brot könnte vergiftet sein, wenn ein Flüchtling etwas hat, dann ist es mit Sicherheit ein Handy und Geld, für die Schlepper. Obi hatte es in seiner Hose eingenäht.

Die Männer machten sich auf, einen Bahnhof zu suchen und konnten die Gegend erkunden. Mit einem Handy findet man dann immer wieder zurück, kann sich orientieren und es ist die einzige Verbindung zu den geliebten Menschen , der Familie

Sie fanden einen Bahnhof, ein Güterzug kam, alle sprangen auf, nur Obi konnte das nicht, als einziger der ganzen Gruppe…..

Ich hoffe, Obi schafft es noch, die Geschichte der Flucht selbst mit seinen Worten für mich aufzuschreiben. Ich habe ihm fast 3 Stunden schweigend zugehört.

Am Ende dieser Flucht landete Obi beim roten Kreuz. Eine junge Frau half ihm kümmerte sich um ihn, sprach mit ihm auf Englisch, was er sehr gut kann.

Obis sagte, dass er alles verstanden hat. Tagelang konnte nicht antworten, nicht mehr sprechen, so sehr hat ihm die Flucht zugesetzt.

Obi hat in Deutschland eine Wohnung gefunden, sein Nachbar gab ihm einen Zettel zur Begrüßung.

Darauf stand die Frage, ob Obi ein Schläfer ist?

Obi lernte Deutsch…Ja, OBI lernte deutsch, zuhause für sich.. Es war erstaunlich, wie gut er deutsch sprach, als ich ihn getroffen habe.

Ein besseres deutsch als weitgehend im Deutschrap gesprochen wird.

Obi hat seinen Traum verwirklicht und Arbeit gefunden…..und eine Ausbildung….zum Fachinformatiker.



2019-10-06 11:43 

Birgit

Ich bin Birgit!
Ich hab mich verdeckt. Oft. Hielt mir die Augen zu. Sah nicht hin. Sah mich nicht. Mochte mich nicht. Mein Aussehen, meinen Körper. Ich versteckte mich, betäubte mich. Hatte Angst, das Geheimnis zu lüften, meinen Körper zu zeigen, mich zu zeigen. Zu zeigen, wie ich bin. Ich verschenkte mich, um nicht fühlen zu müssen. Dachte, das muss so sein. Dachte, dass das Liebe ist. Dachte, dass ich keine andere Wahl habe.
Dann traf ich auf Pierre, auf seine Bilder. Er fiel mir auf, fiel mir zu. Ich verliebte mich in die Schonungslosigkeit, die Authentizität seiner Arbeit. Das wollte ich auch, wollte mich zeigen. Die Idee flammte wieder auf, endlich alles fallen zu lassen, meine Hüllen, mein Schamgefühl, die Schuld. Zu zeigen, wie ich aussehe, wer ich bin, wie ich bin. Wollte mir zusehen, wollte spüren, wie es ist, meine Haut zu zeigen, meinen Körper, mich. Jetzt. Im Moment. Ohne Filter. Ohne Drum und Dran.
Ich fragte ihn, ob er mich fotografieren möchte. So, wie ich bin. Und er sagte zu. Forderte mich im Shooting heraus. Holte meine Traurigkeit nach oben, befreite mich von dem Glauben, nicht schön genug zu sein. Nicht zu reichen. Er gab mir Mut mit seiner besonderen Art. Wie er mit mir umging. Er kitzelte die Freude aus mir heraus. Die Freude an mir. Reichte mir die Hand, beruhigte, ermunterte. Brachte in mir zum Vorschein, was da verborgen ist, verborgen war. Ich traute mich und zeigte.
Lieber Pierre. Danke, dass Du mich zeigst. So, wie ich bin, wie ich aussehe. Jetzt. Im Moment.
In tiefer Liebe, Birgit



Pierre Steinhauer


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Pierre Steinhauer - Human Storys
In meinen fotografischen Anfängen, merkte ich schnell, dass die fließbandmäßige Fotografie von jungen hübschen perfekt und makellos scheinenden Menschen nicht das ist, was ich in der Portraitfotografie machen möchte.
An der ganzen übertriebenen Bildbearbeitung und Instagram Filtern, wird deutlich, wie der Großteil der Menschen auf Fotos heute gezeigt wird und auch „leider“ gesehen werden möchte.
So habe ich zu meiner Fotografie gefunden.....